Von der Selbstliebe

Wenn du den Selflove Workshop mit Anita zum Exotic Weekend miterlebt hast, hast du dir schon Gedanken zur Selbstliebe gemacht. Wir finden, das es so ein wichtiges Thema ist und möchten mit dir Anitas Gedanken, ihre Meditation und hoffentlich auch mehr Liebe zu dir selbst teilen 🙂

 

Gefühlt verdrehen 7 von 10 Personen, die von der Selbstliebe auf Instagram, in der Zeitung und vielleicht auch in diesem Blogpost lesen, die Augen. Selbstliebe: eine Beweihräucherung des eigenen Egoismusses und die Erklärung für fehlende Rücksichtnahme “ich musste einfach tun, was sich für mich gut anfühlt, dann hab ich noch kurz vorher abgesagt”. Klingt zumindest so, ganz oft.
Was authentisch, offen und transparent sein soll, kann recht schnell auch Nachteile mit sich ziehen.

Beispielsweise, wenn es um die Darstellung auf Social Media mit Fotos oder Videos geht. Wenn beim Tanzen oder Training die Kamera nebenher läuft und konzentriert man sich weniger auf das, was man eigentlich bewerkstelligen soll. Wenngleich, die Kamera oft auch als gutes Dokumentationsgerät funktioniert (schon allein, weil ich nicht mit meinem Smartphone prokrastinieren kann, wenn es denn gerade filmt), ist es doch ein stiller Beobachter, den man erst einmal lernen muss auszublenden.

Zweitens sind die Themen, die uns bewegen, wegen denen wir mehr Selbstliebe in unserem Leben verankern wollen, einfach auch privat und meist nichts für die sozialen Netzwerke. Natürlich sind es oft generelle Probleme, die behandelt werden wollen. Beispielsweise mehr Struktur im Alltag, Disziplin beim Sport oder auch die ewige Sehnsucht nach dem perfekten Gegenüber, was unseren geheimen Idealvorstellungen zu entsprechen hat, die wir dann natürlich nie aussprechen würden, denn das gehört sich ja nicht und wir sind ja total unvoreingenommen (haha, als wenn). Aber was ist mit den wirklichen Themen? Die Themen die tiefer gehen als: “Ich fühle mich unwohl in meinem Körper, weil ich zu dicke Beine habe” oder dem Grund wieso man sein ganzes Leben für ein Foto inszenieren muss. Die Fragen danach, was dich von einer Ruhe mit dir selbst trennt, warum du immer wieder in Verhaltensmuster rutschst, die am Ende für Chaos sorgen und wieso du deinen Körper oder auch das von dir inszenierte Bild immer weiter optimieren willst (oder musst?).

Daraus folgt drittens, ziemlich schnell und erbarmungslos. Die Momente des Ausnahmezustands, die wirklich auch keiner sehen darf, weil sie dir vielleicht peinlich sind. Weil man die Kontrolle verliert, vielleicht auch einmal schreit, vielleicht seinen eigenen Körper verletzt, vielleicht auch einfach gar nicht mehr aus seinem eigenen Loch herauskommt, weil man sich fühlt wie Blei. Wer will das schon gefilmt sehen in der ganzen Rohheit des Momentes..
Ich glaube die Aufgabe von Selbstliebe ist nicht solche Momente auszulöschen. Klar, die Vase der Urgroßmutter sollte vor Wut nicht unbedingt direkt aus dem Fenster fliegen, aber gerade diese Gefühle und Gedanken, die einem in solchen Situationen durch den Kopf gehen, sind die besten Wegweiser zu unseren Baustellen. Körperlich und für unseren Kopf. Ich glaube Selbstliebe beginnt damit in solchen Momenten richtig nachzuspüren, wo welcher Schmerz eigentlich herkommt, wie denn eigentlich der Körper auf solche mächtigen Gefühle reagiert.

Mächtige Gefühle aushalten und die nutzen, ihren Puls und die Impulse beispielsweise in den Tanz übertragen, den Rhythmus, die Vibration, die Hitze und die Gänsehaut.
Das klappt allerdings nur, wenn wir lernen welches Gefühl sich wie auf uns auswirkt, auch das Bauchkribbeln, wohlig und warm, auch der dritte Kaffee an einem grauen Wintertag und ja, das fühlt sich unterschiedlich kribbelig an! All das zu spüren, kann helfen uns besser zu verstehen. Beginnt Selbstliebe vielleicht auch schon da, wo wir uns selbst Reaktionen zugestehen?
Es ist ein schmaler Grad zwischen Selbstreflexion und Zerdenken- manche Gedanken müssen einfach ziehen, das ist auch eine Kunst. Manchmal hilft es in seinen Körper hineinzuhören, um seinen Geist einmal zu reinigen, neu zu justieren und zur Ruhe zu kommen. Es ist auch gut unserem Körper als Hülle für unser Selbst etwas Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit zu geben. Einfach auch, um Dankbarkeit zu zeigen, für das Aushalten des ganzen Chaos.

 

Eine solche Meditation findest du hier herunterladen (Rechtsklick auf das Bild und dann „speichern unter“). Sie hat kein klares Ende, denn dieses sollst du dir selbst erfühlen. Nimm dir ein paar Minuten Zeit und lausche der Meditation, um am Ende langsam und mit Fingerspitzengefühl, deinen eigenen Körper wieder wahrzunehmen.

 

Ich lade dich ein, im Anschluss an die Meditation mit sanften Streicheleinheiten des Bauches zu beginnen und dich dann über deine Körpermitte bis hin zum Rest deines Körpers vorzuarbeiten. Nimm dir in Ruhe Zeit dir deinen eigenen Körper einmal mehr anzuschauen und zu ertasten. Schreibe die Gedanken, die dir während des Lesens dieses Posts aufgefallen sind auf und auch die Gedanken am Ende der Meditation und dann tanz es heraus. Gerne natürlich an der Pole, weil sie ein starker Helfer ist, um deine Gefühle zu beschreiben.

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